Ikonen der Lüfte
Sie brachten Millionen Menschen in den Urlaub und wurden für viele selbst Teil der Reise. Entdecken Sie die legendärsten Flugzeuge aus 70 Jahren Condor.
Sie brachten Millionen Menschen in den Urlaub und wurden für viele selbst Teil der Reise. Entdecken Sie die legendärsten Flugzeuge aus 70 Jahren Condor.
Mit der Vickers Viking begann 1956 die Geschichte der Deutschen Flugdienst – der späteren Condor. In den ersten Jahren setzte Condor zunächst auf die Vickers Viking, ein zweimotoriges Propellerflugzeug aus Grossbritannien. Die Flugzeuge boten etwa 36 Sitzplätze und waren robust genug für die damaligen Charterrouten. Die ersten Maschinen wurden Anfang 1956 in England gekauft – für rund 25 000 britische Pfund pro Flugzeug (etwa 310 000 Deutsche Mark).
1971 schrieb Condor mit der Boeing 747 Luftfahrtgeschichte: Als erste Charterfluggesellschaft weltweit setzte die Airline einen Jumbo Jet im Ferienflugverkehr ein. Condor besass zwei dieser legendären Maschinen und nannte sie liebevoll «Fritz» und «Max», die zu Symbolen des boomenden Pauschaltourismus wurden.
Die McDonnell Douglas DC-10 wurde in den 1980er Jahren zum Rückgrat der Condor-Langstreckenflotte. Mit ihr brachte die Airline Urlauber komfortabel zu Fernzielen in die Karibik, nach Afrika und Nordamerika.
Ob farbenfrohe Kunstwerke, nostalgische Retro-Designs oder emotionale Hommagen an prägende Persönlichkeiten: Über die Jahrzehnte hinweg wurden zahlreiche Condor-Flugzeuge zu fliegenden Botschaftern ihrer Zeit.
Die folgenden Sonderlackierungen zeigen einige der bekanntesten und aussergewöhnlichsten Designs der Airline-Geschichte – von legendären Retrojets bis hin zu modernen Markenkooperationen. Vollständig ist diese Sammlung jedoch nicht. Neben den Sonderlackierungen zierten im Laufe der Jahre mehr als 17 unterschiedliche Logos die Condor-Flugzeuge.
Manche Flugzeuge sind mehr als nur Maschinen – sie erzählen Geschichten. Bei Condor wurden besonders «Willi» und «Hans» über die Jahre zu echten Publikumslieblingen.
Die Boeing 757-300 «Willi» mit ihrer auffälligen Herzchen-Lackierung erinnerte an den beliebten Verkaufschef Wilfried Meyer und prägte über viele Jahre das Bild der Airline.
Wer genau hinguckte, entdeckte auf dem Heck ausserdem die kleine Fliege – das Maskottchen der damaligen Kampagne «Wir lieben Fliegen».
Auch wenn die kleine Fliege 2015 in den Ruhestand geschickt wurde, passt der Slogan fast 20 Jahre später immer noch.
Die Boeing 727 prägte in den 1970er Jahren den europäischen Ferienflugverkehr der Condor. Mit ihrer hohen Kapazität und Reichweite eignete sie sich ideal für beliebte Urlaubsziele rund um das Mittelmeer und die Kanarischen Inseln.
















1967 begann Condor mit ersten Experimenten im Langstreckenverkehr. Mit einer Boeing 707, die von Lufthansa übernommen wurde, wurden erstmals weiter entfernte Ziele angeflogen. Diese Flüge führten unter anderem nach: Afrika, Asien und Nordamerika. Damit legte Condor den Grundstein für das spätere Langstreckengeschäft.
Condor war Erstkunde der Boeing 757-300 – bis heute das längste Single-Aisle-Flugzeug von Boeing.
Mit einer Länge von 54,4 Metern war die Boeing 757-300 rund sieben Meter länger als die Standardversion 757-200. Durch ihre aussergewöhnlich lange und schmale Silhouette erhielt sie in der Luftfahrt den Spitznamen «fliegender Bleistift».
Weltweit wurden nur 55 Exemplare dieses Flugzeugtyps gebaut. Damit gehört die Boeing 757-300 bis heute zu den seltensten Verkehrsflugzeugen im kommerziellen Einsatz.
Condor prägte den legendären «fliegenden Bleistift» dabei wie kaum eine andere Airline: Rund ein Viertel aller weltweit gebauten Maschinen flog zeitweise in den Farben der Condor. Daher ist es auch wenig verwunderlich, dass der Abschied der letzten Boeing 757-300 gebührend gefeiert wurde – mit einem emotionalen Farewell-Flug von Frankfurt nach Wien und zurück.




Über 30 Jahre (1991–2024) lang prägte die Boeing 767-300ER als «Urlaubsflieger» das Bild der Condor-Langstrecke. Die zuletzt ausgeflottete D-ABUC war sogar Rekordhalterin bei Boeing in Sachen Flugstunden dieses Typs.
Millionen Passagiere reisten mit ihr zu Zielen in der Karibik, nach Nordamerika, Afrika oder Asien, bevor sie schrittweise vom Airbus A330neo abgelöst wurde.
Im Juli 1991 erhielt Condor ihre ersten drei Boeing 767-300ER. Erstmals wurde damit der Durchschnittsverbrauch von 4 Litern unterschritten. Die Lackierung veränderte sich über die Jahre, sodass die Maschinen während ihrer Zeit bei Condor insgesamt mit 13 verschiedenen Lackierungen, in den Sonderlackierungen «JA zu FRA» und «Janosch» sowie der Retrobemalung «Achim» zu sehen waren.
Ein besonderes Kapitel der Condor Geschichte begann 1996 zum 40-jährigen Jubiläum der Airline: Der amerikanische Pop-Art-Künstler James Rizzi verwandelte eine Boeing 757 in ein farbenfrohes fliegendes Kunstwerk.
Mit seinem unverwechselbaren Pop-Art-Stil wurde das Flugzeug schnell weltberühmt und erhielt den Spitznamen «Rizzi-Bird». Die aussergewöhnliche Sonderlackierung machte die Maschine zu einem Symbol für Lebensfreude, Urlaub und die besondere Markenidentität der Condor.
Heute gehören auffällige Sonderlackierungen bei vielen Airlines selbstverständlich zum Markenbild. Als der «Rizzi-Bird» Mitte der 1990er-Jahre abhob, war Condor damit jedoch ihrer Zeit weit voraus – und gehörte zu den ersten Airlines weltweit, die ein Flugzeug konsequent als Kunst- und Markenobjekt inszenierten.




Flugzeuge verdienten Condorianern zu widmen, hat bei der Airline dabei eine lange Tradition. Bereits Sonderlackierungen wie «Willi», «Hans» oder «Achim» erinnerten an prägende Persönlichkeiten und langjährige Mitarbeitende der Condor Geschichte.
Mit einem besonderen Schriftzug auf einem neuen Airbus A330-900 verabschiedete Condor 2024 ihren langjährigen CEO und Vorsitzenden der Geschäftsführung Ralf Teckentrup in den Ruhestand. Unter dem Motto «Danke, Tecke» erhielt der blau-weiss-geringelte Jet eine ganz persönliche Hommage an den Mann, der die Airline über zwei Jahrzehnte geprägt hat.
Ralf Teckentrup führte Condor rund 20 Jahre lang durch zahlreiche Herausforderungen – und rettete die Ferienfluggesellschaft dabei mehrfach vor dem Aus. Für viele Mitarbeitende wurde er damit zu einer der prägendsten Persönlichkeiten der Unternehmensgeschichte.
Die Wertschätzung steckt sogar im Kennzeichen des Flugzeugs: Die Maschine fliegt als «D-ANRT» um die Welt – gesprochen «Romeo Tango», die Initialen von Ralf Teckentrup. Gleichzeitig bleibt Condor ihrer Kennzeichen-Systematik treu:
Das «A» steht für Flugzeuge über 20 Tonnen, das «N» kennzeichnet die neue Neo-Flotte.
Eine kleine Botschaft auf einem grossen Flugzeug – und eine besondere Art, Danke zu sagen.
Im Herzen von Europa liegt mein Frankfurt am Main …» – was in der Eintracht-Fanhymne beginnt, fliegt seit Ende 2025 auch durch Europas Himmel.
Mit einem Airbus A320 in besonderer Sonderlackierung machten Condor und Eintracht Frankfurt ihre strategische Partnerschaft sichtbar. Die Maschine mit der Registrierung D-ASGE verbindet dabei zwei traditionsreiche Frankfurter Marken, die regional verwurzelt und international bekannt sind.
Neben den typischen Condor-Streifen – diesmal in Schwarz – trägt das Flugzeug prominent das Eintracht-Logo auf dem Heck und bringt die Vereinsfarben Rot, Schwarz und Weiss in die Luft.
Doch nicht nur aussen steht alles im Zeichen der Eintracht: Auch die Kabine wurde speziell gestaltet. Schwarze Teppiche mit Eintracht-Branding, rote Sicherheitsgurte und gestreifte Kopfstützen mit Vereinslogo machen den Airbus zu einem echten Fan-Flieger.
Die Maschine begleitet nicht nur die Mannschaft auf Reisen, sondern ist auch regulär für Condor-Gäste auf Europastrecken im Einsatz – und trägt die Farben Frankfurts weit über die Stadtgrenzen hinaus.


«Willi» wurde 2006 zum 50. Firmenjubiläum eingeführt, «Hans» folgte zehn Jahre später zum 60. Jubiläum – und ist bis heute im Einsatz. Eine weitere Retro-Lackierung folgte 2012: Die Boeing 767-300 mit der Kennung D-ABUM erhielt das Design der 1970er Jahre und brachte ein Stück Condor-Historie zurück in die Luft. Getauft wurde die Maschine auf den Namen «Achim» – zu Ehren des langjährigen Condor-Mitarbeiters Achim Nietmann, der nach 37 Jahren im Flugbetrieb in den Ruhestand verabschiedet wurde. Der Name wurde in einer Abstimmung unter den Mitarbeitenden gewählt.
Alle drei Flugzeuge verbanden Vergangenheit und Gegenwart und wurden zu fliegenden Symbolen der Condor Geschichte.
Der Airbus A320 «Hans» wiederum brachte mit seiner Retro-Lackierung die Anfänge des Ferienflugs zurück an den Himmel und erinnerte an Reiseunternehmer Hans Geisler, der bereits 1956 den ersten Charterflug der späteren Condor anfragte.

